Skandinavische Filmfreuden

R und ich sind Cineasten. Und im Prinzip ist Göteborg auch da eine ganz wunderbare Stadt für uns. Hier gibt es viele tolle Kinos. Schade ist einzig, dass die Eintrittspreise verglichen mit Deutschland sehr hoch sind. Unter 90 SEK läuft nichts, gängiger sind eher 120 SEK. Das finde ich schon viel, wo ich mich doch noch gut an die billigen Eintrittspreise damals in Münster erinnern kann. Da gab es ja sogar immer noch den super günstigen Kinotag, ich glaube, das war dienstags. So etwas sucht man hier vergeblich. Aber dafür gibt es hier immer eine Reihe an attraktiven Filmfestivals. Das grösste ist das Göteborg Filmfestival, das jedes Jahr im Januar / Februar stattfindet. Ich finde den Zeitpunkt perfekt gewählt, denn da ist die triste Zeit im Jahr, wo Weihnachten mit seine Glitter und Glanz vorbei ist, aber der Frühling noch lange auf sich warten lässt. Da ist es wunderbar, ins Kino zu gehen. Das einzige, was ich bei diesem Filmfestival schwierig finde ist, Filme auszusuchen, die ich sehen möchte. Die Auswahl ist einfach so gross (dieses Jahr: fast 450 Filme aus über 80 Ländern) und so wühlt man sich durch’s Programm und sucht sich aus, was passen könnte… Wir haben während vergangener Filmfestivals schon ganz fantastische Filme gesehen, aber auch solche, die irgendwie nicht ganz so unser Geschmack waren…

In meinem Lieblings(Programm)kino Hagabion gibt es neben einem etwas studentisch angehauchten Restaurant mit sehr guter und bezahlbarer Küche immer spannende Filmwochen. Derzeit laufen Filme aus Spanien, es gibt französische Filmwochen und jedes Jahr auch den deutschen Filmherbst.

So bin ich dann immer ganz motiviert, ins Kino zu gehen… aber, aber, aber: Ich bin ja leider nicht so organisiert…. und manchmal abends müde.…und Tochter Bob hat Rugby Training …und wir gehen dienstags Tanzen. Da vergessen wir dann manchmal einfach, dass man ja auch noch ins Kino gehen kann. Dieses Jahr haben wir es denn auch nicht mal zu Filmfestival geschafft 😦 . Statt dessen sehen wir viele Filme zu Hause (herunter laden ist ja so bequem). Cineasten sind wir also dennoch trotzdem irgendwie.

Letzte Woche war aber eine Ausnahme. Ich war trotz widerlicher und heftiger Erkältung gleich zweimal im Kino und habe beide Male ausgesprochen gute Filme gesehen. Beide kommen aus dem hohen Norden: Sameblod aus Schweden, ein packender Film über die Samis und die auch in Schweden in den 1930er Jahren verbreitete Rassenbiologie. Nicht nur die Geschichte war spannend, sondern ich habe durch den Film auch viel Neues über die Sami und deren Kultur gelernt, über die ich bis dahin nicht viel wusste. Sameblod hat übrigens beim diesjährigen Göteborg Filmfestival den Dragon Award Best Nordic Film gewonnen.

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Der zweite Film, den ich mindestens genauso warm empfehlen kann, war Ljus i Natten (Licht in der Nacht), der neue Film von Aki Kaurismäki aus Finnland. Am Freitag hatte der Film hier in Schweden Premiere. (Bei den Berliner Filmfestspielen hatte er internationale Premiere und einen Silbernen Bären für die Regie gewonnen).

R und ich sind eigentlich ins Kino gegangen, weil Tochter Bob uns gern aus dem Haus haben wollte. Sie hatte Freunde eingeladen und wollte dafür ‘sturmfreie Bude’ haben. Wir haben gern die Gelegenheit genutzt, mal wieder auszugehen. Ich hatte ja von Kaurismäki schrägen Humor und einen bizarren Film erwartet, aber meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Schräg war er, witzig auch stellenweise, aber er hat mich vor allem durch die gefühlvolle Art, in der das Leben eines undokumentierten Flüchtlings in Helsinki  in allen seinen Facetten geschildert wird, gepackt. R und ich haben uns nach dem Film nur angeguckt und gleichzeitig gesagt: ‘War das ein toller Film’.

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Mich hat die Thematik nicht nur wegen ihrer Aktualität in den Medien angesprochen, sondern auch, weil ich derzeit in einem Forschungsprojekt (Meta-Ethnographische Literaturstudie) mitarbeite, bei dem es um die Erfahrungen von Migranten mit dem Gesundheitswesen geht. Undokumentierte Flüchtlinge sind unter Migranten ja eine extrem vulnerable Gruppe, denen der legale Zugang zum Gesundheitswesen oft verstellt ist und für die jede Krankheit eine reale Existenzbedrohung darstellt, da sie abwägen müssen, ob die Schwere der Erkrankung das Risiko rechtfertigt, sich im Krankenhaus oder in einer Praxis vorzustellen, da dieses unter Umständen eine Abschiebung nach sich ziehen kann. Zugang zum Gesundheitswesen als grundlegendes Menschenrecht wird so in der Praxis ein politisch brisantes Thema. Auch für das Personal im Gesundheitswesen stellen undokumentierte Flüchtlinge eine Herausforderung dar. Sie fordern dem Personal die Entscheidung ab,  im Sinne des ‘Gesetzes’ zu handeln (und die Polizei rufen) oder im Sinne ihres professionellen ‘Code of conduct’, der dazu verpflichtet, ALLEN Patienten zu helfen, d.h. ‘am offiziellen System vorbei’ die Behandlung einzuleiten und den Patienten schnellst möglich zu entlassen.

Abseits der ‘offiziellen Einrichtungen’ bestehen glücklicherweise Parallelorganisationen, die Hilfe bieten. Hier in Schweden ist die in Göteborg basierte Rosengrenska Stiftung weit bekannt. Diese Organisation bestehend aus einem Netzwerk von Gesundheitsfachleuten und sie verhilft undokumentierten Flüchtlingen seit 1998 zu (notwendiger) medizinischer Betreuung. Zudem setzt sie sich aktiv dafür ein, dass auch Menschen ohne offizielles Aufenthaltsrecht Zugang zum offiziellen Gesundheitssystem bekommen. Aber das nur am Rande, ich finde die Thematik sehr herausfordernd und habe mich eigentlich bis dato viel zu wenig damit auseinandergesetzt. Aber das ändert sich wohl nun für mich :).

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie Filme, die nicht dem Hollywood Strickmuster folgen, nicht nur unterhalten sondern auch wirklich inspirieren können. Was bin ich froh, dass es so viele Alternativen zum amerikanischen Main-Stream-Filmbrei gibt. Und weil ich nun innerhalb einer Woche zwei wirklich herausragende Filme aus Skandinavien (ich zähle Finnland dazu!) gesehen habe, habe ich nun meinen privaten skandinavischen Filmfrühling eingeläutet. Ich bin gespannt!

… ist doch alles nur Kosmetik,

das mit der Schönheitsindustrie, die ich seit Monaten mit viel Freude boykottiere, denn (ich oute mich heute mal offiziell) ich habe seit einem Jahr kein Shampoo oder teures Öko-Duschgel benutzt.

Grund für die Suche nach alternativen Mitteln zur Körperpflege war der Wunsch, für Tochter Bobs empfindliche und trockene Haut adäquaten Ersatz für die üblichen Seifen, Shampoos, Cremes und Waschmittel zu finden. Diese sind ja trotz der  blumigen Versprechen auf der Packung nicht immer unbedingt gut für die Haut und Haare. Durch Zufall war ich vor gut einem Jahr über einen Artikel in der britischen Zeitung ‘The Guardian‘ auf diese Webseite gestossen, die mir gedanklich ein neues Universum zum Thema Hautprobleme, insbesondere Neurodermitis eröffnete. So habe ich sukzessive unsere ‘Waschmittel für empfindliche Haut’ mit Alternativen ersetzt, die wesentlich hautschonender sind. Ausserdem bin ich auch bei Putz-und Spülmittel auf Tensid freie Alternativen umgestiegen. Diese lösen natürlich das Fett beim Spülen nicht ganz so effektiv wie die ‘kraftvollen Reiniger‘ aber dafür entfernen sie auch die Öle aus der Haut nicht ganz so effektiv :). Die Umstellung der Hautpflege habe ich mit ‘Selbstversuchen’ begonnen, ohne dabei Tochter Bob aktiv zu involvieren. Ich habe nur der Familie darüber erzählt. Und das war gut so, nach einigen Wochen war sie war interessiert und sie ist mittlerweile mit gutem Erfolg auf ihr eigenes alternatives Haut- und Haarpflege Regime umgestiegen  :)…

Bei der Hautpflege habe ich mit selbst gemachten Hautcremes aus Shea Butter und Kokosöl, mit essentiellen Ölen parfümiert, angefangen. Das ist ganz toll. Die Herstellung ist mit Bain Marie und Küchenmaschine einfach und macht Spass. Gleiches gilt für mein Shampoo. Hier habe ich  viel ausprobiert und mit durchwachsenen Ergebnissen. Lustig ist zum Beispiel, wenn man sich mit Ei die Haare wäscht und dann zu heiss abspült, so dass man anschliessen Rührei in den Haaren hat. Optisch nicht ganz so beeindruckend waren meine Versuche, die Haare mit Haferflockenmehl oder einfach nur mit Wasser zu waschen. Das Ergebnis war, dass meine Haare dann doch eher ungewaschen aussahen. Quellen im Internet weisen darauf hin, dass dies beim Waschen mit reinem Wasser lediglich eine Übergangsphase ist. Ich weiss nicht, ich fand den Gedanken während einer sechs wöchigen Übergangsphase irgendwie schmuddelig aussehende Haare zu haben nicht so toll. Deshalb habe ich flugs weiter nach Alternativen gesucht.

Mein derzeitiges Pflegeprogramm für die Haare sieht so aus: Ich wasche mir die Haare mit einer Paste aus feingemahlenem* Roggenmehl und Wasser, evtl. mit Zusatz von Honig oder Zitronensaft und spüle dann mit einem Espresso nach (das wirkt wie eine Spülung und ich gefällt mir noch besser als Apfelessig). Als neueste Ergänzung mache ich dann ab und zu eine Bananen-Pflege-Packung vor der Wäsche, die macht die Haare richtig schön weich und glatt! Aber man muss auch hier vorsichtig sein: Wenn man die Banane nicht püriert, dann wird es schwierig, sie auszuwaschen und man hat Banane im Haar. Das ist auch bei ansonsten glatt-seidigem Haar nicht so attraktiv :). (Ich püriere aber immer schön, habe diese Erfahrung also noch nicht gemacht). Wenn ich also jetzt mein volles Programm fahre, riechen meine Haare anschliessend wie ein Coffee Shop in Downtown Grossstadt nach Wahl einfügen:  nach Bananen-Roggen-Muffin und frischem Espresso. Wunderbar ;).

(* feingemahlen ist wichtig! Grobes Roggenmehl lässt einen aussehen, als hätte man ein schlimmes Schuppenproblem!)

Als Ersatz für Duschgel benutze ich ausschliesslich Savon de Marseille, die dunkelgrüne, simple olivgrüne Seife mit dem eigenartigen Geruch…. Ich kaufe davon einen grossen 500g Block und portioniere diesen in Stücke. (Mittlerweile benutzen wir alle diese Seife.) Wenn man sich erstmal an den Geruch gewöhnt hat (das geht schnell) ist sie eine wunderbare Alternative zu vielen anderen Seifen, da sie die Haut wirklich nicht austrocknet.

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Neben der offensichtlich positiven Effekte der Umstellung auf unsere Haut, Fingernägel und Haare, sowie auf unser Müllvolumen (keine leeren Waschgel oder Haarshampoo Flaschen mehr) ist ein weiterer unerwarteter Effekt, dass ich nun noch bequemer reisen kann. Seit mir ein Koffer mit schönen Sachen auf einer ganz normalen Flugreise zwischen Düsseldorf und Göteborg komplett und auf immer abhanden gekommen ist, fliege ich, soweit als möglich, mit Handgepäck. (Das ging auch ganz wunderbar für die zwei Wochen Kuba). Mit meinen etwas ungewöhnlichen Pflegemitteln komme ich gewöhnlich prima durch die Sicherheitskontrollen. Ich verpacke meine Creme, das Roggenmehl und die Seife in kleine recycelte Gefässe. Espresso ist fast auf der ganzen Welt zu haben, also brauche ich den nicht, oder ich nehme als Alternative mal verdünnten Apfelessig mit, in einer kleinen 100ml Sprühflasche. Dann noch ein Deostick, Zahnpasta und mein Parfümchen, voilà. Alles packt sich klein und leicht in die vorgeschriebenen Plastikbeutel. Wenn man mal einen langen Layover irgendwo hat, kann man sich trotzdem die Zähne putzen und frisch einduften, weil man ja alles dabei hat :).  (Ich nehme auch immer mein spezielles kleines Reise-Badetuch mit, egal wohin ich fahre, denn man weiss ja nie. Ich bin schon an Orten untergekommen, wo ich dann froh war, mein eigenes benutzen zu können… ).

Auf meiner ‘to-do Liste’ ist es nun noch nachzuforschen, ob man in unserem Garten ein ‘Seifenkraut’ anpflanzen kann. Es gibt da ja einiges an Auswahl und ich finde es durchaus noch spannend, auszuprobieren, wie diese so wirken. Aber das ist mal ein Thema für einen zukünftigen Beitrag :)…

 

 

 

Keeping a clear mind in these crazy times

This post has been in the making for a few weeks. Today, however, I decided to release it ‘into the wild’. It is my personal attempt to gain some sort of understanding of what is going on right now (although I feel I may have abysmally failed, life’s just so complex).

Often times  I have been speechless recently, as I watch in real-time how the new US government is busy at work reshaping politics, society, laws and values at large while seemingly moving towards creating an autocratic state. This video ‘The rules of rulers’ is a brilliant illustration of how its done.

Yet I can’t shake the feeling that we are living in a ‘New Age’ – and I don’t mean this is a fluffy and esoteric way. The rise of DT and his bulldozer-like way in which he establishes himself, his family and cronies with incredible speed in high places is breathtaking and puzzling. Since he won the election, I am trying to come to grips with this new world we’re living in.

An article which I read some weeks ago in The Atlantic put things into a new perspective for me. In  How to Build an Autocracy  author David Frum outlines a scenario on how Trump’s presidency could evolve over the next four years, by drawing on comparisons with autocratic regimes current and past. He argues that the current-day autocratic regimes do not necessarily imprison opponents, instead, people who voice unpopular opinions may lose their jobs and livelihood. In fact, these states invest less energy into persecuting their opponents, but focus instead on “protecting the guilty” and rewarding loyalty. In contrast to the regimes set up by Mao, Hitler of Stalin, today’s autocratic regimes are not driven by ideology, but by greed. As greed combined with disregard for current rules and law appear to be one strong drivers for the current president, the USA as a society is thus in great danger to become much more corrupt within the next few years. Trump’s focus on creating an atmosphere where the only truth is his truth and the main stream media is strategically discredited is just another mechanism to divide the nation and ascertain power. David Frum observes:

” In an online article for The New York Review of Books, the Russian-born journalist Masha Gessen brilliantly noted a commonality between Donald Trump and the man Trump admires so much, Vladimir Putin. “Lying is the message,” she wrote. “It’s not just that both Putin and Trump lie, it is that they lie in the same way and for the same purpose: blatantly, to assert power over truth itself.” (Frum, 2017 ).

The danger lies in the subtlety in which rules and norms will thus shift under Trump’s presidency. Frum reckons that Trump can only be stopped if people stay alert and protest against all his attempts to undermine the law, because Trump will only succeed if people withdraw, get tired of protesting and let him push through his agenda.

So far, so good. The fact that the USA is far away (and although we will be affected by what’s happening there), and that we are not being governed by such an individual provided some consolation. BUT… I read  this article in the Guardian today. It hit me like a hammer that the real danger that we are facing is  ‘cognitive warfare’. (I did not even know this term existed until this morning). Unfortunately and not surprisingly, cognitive warfare is already happening, with social media playing a bit role in collecting our data, big data, that is being analysed and cleverly used to shape and model our values, behaviours and perception. Russia is very, very active on this front, but there are also companies in the US whose aim is to influence us all, very subtly, but effectively.

Although this is obviously not complete news to me, I have never been SO aware that my computer and the internet are a two-way street: I access the world, but the world can also conveniently flood my brain and shape my thoughts. While humans are obviously prone to being influenced and having their behaviours shaped by others, I fear that means for effective propaganda have reached new dimensions via personal computers. With elections coming up in several European countries, I am concerned that the same forces that were potentially applied to the US election will be employed here.

What can we do? If I knew, I’d feel super smug right now,  but unfortunately I don’t. However, I am and want to remain hopeful. I try to support free journalism. I seek out various sources of input and come to my own conclusions. Furthermore, despite all the gloom and doom, I also see people are waking up, they see hear, and judge what is happening. Along with this awareness, I believe that new ways of resistance will emerge, and we will find ways to ensure that our minds stay clear of the smoke that is being fabricated. Being awake is what is needed, because as Thomas Jefferson said:

 “Eternal vigilance is the price of liberty”

This is most important. I for one,  don’t want to lose the liberty we are currently enjoying and I want my children to enjoy all the liberties that we grew up with (and took for granted). Finally, although I would rather not experience the current political situation, I  am glad that it makes me  more vigilant. I question more and learn a lot and we discuss politics more within our family. And this in itself is a tiny, but positive outcome.

Reference:

Frum, D. (2017) How to Build an Autocracy. The preconditions are present in the U.S. today. Here’s the playbook Donald Trump could use to set the country down a path toward illiberalism. The Atlantic, March 2017  issue. Available online from:  https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2017/03/how-to-build-an-autocracy/513872/.

 

Mid-week eyecandy… Süsskram für’s Auge am Mittwoch

Daughter Bob is off school for a week – it’s the skiing holidays. However, we are not travelling, instead Bob is hanging out and R and I working. Bob and I went out for an afternoon walk today. The sun was out, temperatures were above zero today and we were so lucky to take our first sunbath of the year on a rock by the lake. Pure bliss!

Tochter Bob hat eine Woche lang frei, es sind Ski-Ferien. Wir sind aber nicht verreist, sondern gern zu Hause. Bob hängt ab und geniesst das Leben, R und ich arbeiten. Bob und ich sind heute Nachmittag spazieren gewesen. Die Sonne scheint, die Temperatur ist etwas über Null Grad und wir haben zum ersten Mal in diesem Jahr so richtig schön auf einem Stein am Wasser in der Sonne gelegen. Wunderbar!

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Long-legged on the lake/ Langbeinig auf dem See… 
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Tortoise? /Schildkröte?
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Bubbles – locked in ice/ Luftblasen – eingesperrt im Eis
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Ice Space/ Eis-Raum

 

Hello and Cuba

Hello, it’s R.! I’ll follow B.’s lead and post here occasionally in sea green. Today the occasion is a video about the beauty of Cuba, evoking many of the experiences from our trip last summer. Thanks Matthew Brett for sharing this on G+.

Hallo, hier ist R.! Ich werde B.s Beispiel folgen und hier ab und zu was in spinatgrün schreiben. Heute ist der Anlass ein Video über die Schönheit Kubas, das bei uns das Lebensgefühl von unserer Reise im letzten Sommer wieder wachgerufen hat. Dank an Matthew Brett, der darüber auf G+ schrieb.

Eyecandy … Süsskram für’s Auge (2)

Winter came back to us last week with temperatures consistently below zero, snow and grey skies.

Der Winter hat uns seit letzter Woche wieder fest im Griff mit Temperaturen konstant unter null Grad, Schnee und grauem Himmel.

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Thursday: It’s grim, but I HAVE TO GO OUT ! / Donnerstag: Kalt und fies, aber ICH WILL NACH DRAUSSEN!

Although we wait impatiently for longer and warmer days to come, today we really enjoyed the winter weather … see for yourself!

Obwohl wir auf den Frühling, längere Tage und wärmere Temperaturen warten, haben wir uns heute doch noch mal so richtig gefreut, dass der Winter noch nicht vorbei ist. Guckt mal….

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Saturday: SWEET! Minus 3,  radiant sunshine/ Samstag: Ahhhh, das gute Leben:  Minus 3 Grad, strahlender Sonnenschein

10 Dinge, die ich an Göteborg schätze

Von einem Land in ein anderes umzusiedeln ist für mich persönlich ja immer mit Turbulenzen verbunden und nicht ausschliesslich von Eustress geprägt. Erfahrungsgemäss dauert es bei mir ca. drei Jahre, bis ich mich in einem neuen Land heimisch und richtig zu Hause fühle. Diesen Punkt habe ich letzten Sommer erreicht! Und schön war das! Wenn man endlich weiß, wie die Schule so tickt, wie man die Steuererklärung macht, eine gute Hausarztpraxis und Zahnärztin hat, etc. Dazu kommen viele andere kleine und große Dinge, die einem das Leben angenehm machen. Wie, dass man Leute kennt, die mit einem ins Kino oder Essen gehen. Oder dass man, wenn man seinen Sohn zum Weihnachstbesuch abholt, am Flughafen zufällig Bekannte trifft. So etwas finde ich wunderbar 🙂 .

Da ich nun in Schweden alle fünf Phasen des Kulturschocks

  1. ‘Flitterwochen’,
  2. Stress Phase,
  3. Re-integration,
  4. Autonomie und
  5. Unabhängigkeit

(nach Barker 1990) *

durchlaufen und erfolgreich hinter mich gebracht habe, fühle ich mich denn qualifiziert, eine Liste von den Dingen aufzustellen, die ich an Göteborg besonders schätze. Ich habe mal 10 ausgewählt…

  1. Der Sommer – Ah, Göteborg im Sommer. Herrlich. Da fühle ich mich dann so:
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    Sommer im “Trägårdsföreningen”; der botanische Garten und Park in Göteborgs Stadtzentrum

    Besonders, wenn das Wetter schön ist :). Alle, die uns im schon mal im Sommer besucht haben, können sicher bestätigen, wie wunderbar der in Schweden ist. Bei blauem Himmel sind die Farben hier so klar und intensiv, die Tage sind so lang, da will man immer nur draussen sein.

  2. Die Leute – Göteborger sind entspannte Nordlichter, sozusagen die Südländer des Nordens. Zwar reden sie weder mit Händen und Füssen und in der Regel auch nicht spontan mit Fremden (ausgenommen ältere Leute an Bus- oder Tramhaltestellen, das finde ich ja immer sehr nett). Aber wenn Göteborger erst mal auftauen, erzählen sie gern und viel. Und hilfsbereit sind sie! Besonders unsere Nachbarn :). Die Göteborger haben zudem auch ihren ganz eigenen Wortwitz. Darüber schreibe ich dann mal, wenn mein Schwedisch so weit ist, dass ich ihn verstehe…
  3. Die Restaurants – In Göteborg gibt es einige exzellente Restaurants für viel als auch für wenig Geld! Obwohl man hier schon eher mal mit dem Essen Pech haben kann, als zum Beispiel in Lyon, kann besonders das Mittagessen macht Spass machen. Es gibt sehr viele kleine Restaurants, die ein Festpreismenü anbieten, das meistens aus Brot, Salat und einem Hauptgericht besteht, plus Kaffee zum Nachtisch. Das ist dann nicht teuer und die Qualität ist oft erstaunlich gut. Wunderbar ist das Essen immer im ‘Gunnebo slott’. Dort ist eins meiner Lieblingsrestaurants aus der Kategorie ‘Gutes Essen für wenig Geld’ und es ist ein ganz nahes Ausflugsziel:

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    Gunnebo Slott. Bildquelle: Wikipedia
  4. Die Cafés – Wo ich nun mal beim Essen bin, muss ich auch noch extra die Cafés nennen. Voller leckerer Torten, Patisserie und auch Butterbrote, oft mit bunt gemusterten Tapeten an den Wänden, Kronleuchtern  an der Decke und einfach nur gemütlich. Und die Göteborger gehen gerne ins Café. Freitags abends ist es in meinem Lieblingscafé ‘Evas Paley’ brechend voll. Alte, junge, Schweden, Nichtschweden essen, trinken und reden. Im Sommer macht es Spass, draußen zu sitzen, sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen und anderen beim Flanieren zuzusehen, im Winter gibt es nichts tröstlicheres als bei grauem Wetter unter einem Kronleuchter einen Kaffee zu trinken und einen Chokladboll (das ist so eine Art schokoladiger Meisenknödel für den menschlichen Gaumen) zu essen.

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    Chokladbollar – Haferflocken, Butter, Kakao, Zucker in einer tröstlichen Hochenergie-Kugel. In Göteborg nur echt mit Kokosraspeln (statt Hagelzucker). Quelle Bild: Wikipedia
  5. Die Secondhandläden – Gotta LOVE ’em! Ich habe ja schon seit Jahren ein Penchant für Secondhand, das ich in Göteborg wunderbar weiter ausleben kann. Wo sonst gibt es Secondhandläden mit vier Etagen? Einer meiner letzten Käufe war ein Plattenspieler. Von Dual. Wie früher. Jetzt kann ich meine alte Rick Astley Platte hören oder auch richtig schöne Musik 😉 .
  6. Elche – Die, die im Schlosspark (“Slottskogen”) leben mag ich eigentlich lieber als die aus der Wildnis, die bei uns durch den Garten stiefeln und die Apfelbäume anfressen. Was ich an Elchen so bemerkenswert finde ist ihr Gesichtsausdruck. Elche scheint nichts, aber auch gar nichts stressen zu können. Wie gern wäre ich manchmal so entspannt wie ein Elch…
  7. Das Meer und der Schärengarten – Von Göteborg aus kann man so leicht Ausflüge mit der Fähre auf die Schäreninseln machen. Bei schönem Wetter ist das wie im Urlaub, nur, dass man dann abends dann sogar wieder gemütlich im eigenen Bett schlafen kann.
  8. Die Museen –Göteborg hat ein paar vergleichsweise (Vergleichsstadt: London) kleine, aber feine Museen. Mein Lieblingsmuseum ist Göteborgs Konstmuseum. Ich gehe da immer wieder gern hin. Das Gebäude ist beeindruckend, die Bildersammlung interessant, weil so divers (von Carl Larsson bis Picasso) und unten im Museum ist der Hasselblad Centre, mit regelmäßig wechselnden Fotoausstellungen. Im Museumsshop finde ich immer schöne Geschenke. Ein Jahrespass, der eine ganze Reihe anderer Göteborger Museen einschliesst, kostet gerade mal 40 SEK, das sind ungefähr 4 €. So sieht meine Eintrittskarte für 2017 aus. (Eigentlich genauso wie die von 2016…)
  9. Die Bibliotheken – Auch ein persönliches Highlight für mich. Die Stadsbibliotek ist ein luftiger, grosszügiger und einladender Bau mit einem sehr guten Sortiment an Büchern, Zeitschriften, Hörbüchern und Musik. Ich verbringe leider viel zu wenig Zeit dort, aber wenn ich mal da bin ist das immer ein besonders schöner Tag für mich. Für meine Arbeit gehe ich gern in zwei der insgesamt fünf Universitätsbibliotheken:  die Humanistiska bibliotek wegen der Kollektion, die Samhällsvetenskapliga bibliotek wegen der Lernatmosphäre. Die Samhällvetenskapliga ist ein so tolles Gebäude mit einem Lesesaal im Jugendstil, sie ist immer Teil meiner Touristenführung durch die Göteborger Innenstadt.
  10. Mit dem Auto nachts über die Autobahn an Göteborg vorbei fahren. Das macht mir immer besonders viel Spaß, denn ich freue mich jedes Mal darüber, wie schön die Stadt mit ihren ganz besonderen Bauten und Merkmalen ist: Liseberg Park, Gothia Towers, der Lipstick, die grossen Kräne im Hafen…  (Das erkläre und zeige ich gern alles, wenn ihr mal zu Besuch kommt).

Das waren nun schon 10 Dinge. Wenn ich mir die Liste so ansehe, fallen mir gleich noch ein paar Sachen ein, die fehlen, zum Beispiel der botanische Garten, die Älvsborg Brücke, das Hagabion… Auch die Reihenfolge ist nicht auf- oder absteigend nach Präferenz. Aber für heute ist das gut so und wichtiger ist eigentlich, dass wir alle mal wieder die Kulturschock-Kurve gekriegt haben und dem Leben in Göteborg so viele gute Seiten abgewinnen können.

In dem Sinne, vi ses snart 🙂 .

*Barker, M. (1990) “Intercultural Adjustment and Communication”, in M. Barker (ed), Orientated for Success, Australian International Development Assistance Bureau, Australian Government Publishing Service, Canberra.

Locos por mi salsa (en ingles)

R. and I have been dancing salsa with much enthusiasm since September. Just before Christmas, our  beginners’ group performed at our dance school’s annual show.

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Our group

The show (our performance: 21: 40-24: 00) was of course very exciting … Despite not being  incredibly coordinated as a group, we still looked *great*, all dressed in ‘Cuba blue’! During the performance, I was afraid that someone might fall off the stage because it was a bit small. Luckily, however, nothing happened and everybody – spectators and dancers – danced a lot more at the Cuban disco after the show. Obviously, daughter Bob had to come to see our performance. Times are changing! We used to go to the Christmas play, and now daughter Bob comes and cheers us on. (I do not know if she actually really cheered, but she most certainly clapped.)

R. and I are just doing the beginner’s course for the second time … as per our teacher’s recommendation and along with a few other people from our original course. Although we would not have minded moving on to the intermediate course  – if nothing else for prestige! 😉 – I personally really appreciate covering the Salsa basics again. Especially the rhythm, which I found very difficult to match in September is no longer a problem for me. I now know the Spanish names for the moves and this allows me to concentrate on the form. Salsa is not so easy to learn for me as a Western Europeans person: As with everything else in Cuba, Salsa unites African and Spanish elements and therefore you find much action in the shoulders and hips. Those who know me personally are aware that shaking my hips is not a problem for me  🙂 . But to coordinate this with the shoulder / arm movements is easier for the students from India and the Middle East than for me … But we are working on it and will surely manage a somewhat well coordinated hip-shoulder-shaking  action after this course. (though probably not at the same fast pace as our dance teacher – compare the video of the performance: students vs ‘the man at the front’ – our wonderful dance teacher).

Because after more than 20 years of marriage we are finally dancing and deriving so much pleasure from it, R. made a really ‘R.-Unique and Salsa’ Christmas gift for me.:img_20170201_162404

Now isn’t that fabulous? I think the design is great and  the stick people’s dancing looks like I want my to look: effortless and elegant. The picture now lives in my study and brightens up my working days, until

… next week I go dancing again …

Locos por mi salsa

Wer unseren Weihnachtsbrief gelesen hat weiss ja, dass R. und ich seit September mit grosser (und stetig wachsender) Begeisterung Salsa tanzen. Vor Weihnachten hatten wir als Anfängergruppe bei der jährlichen Revue unserer Tanzschule den ersten Auftritt.

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Unsere Gruppe vor dem Auftritt…

Die Show (unser Auftritt: 21:40–24:00) war natürlich sehr aufregend… Wir waren ja nun nicht so unglaublich koordiniert, aber toll sahen wir trotzdem aus, alle in Kuba-blau! Ich hatte während der Aufführung die ganze Zeit Angst, dass jemand von der Bühne fällt, weil die etwas klein war. Zum Glück ist aber nichts passiert und wir konnten uns alle – Zuschauer und Tänzer –  bei der anschliessenden kubanischen Disko weiter austoben. Tochter Bob musste zur Revue kommen, um uns zu zusehen. So ändern sich die Zeiten! Früher sind wir immer zum Krippenspiel gegangen und nun kommt Tochter Bob und jubelt uns zu. (Ich weiss nicht, ob sie wirklich gejubelt hat, aber bestimmt hat sie höflich geklatscht.)

R. und ich drehen gerade die zweite Runde im Anfängerkurs… auf Empfehlung unseres Tanzlehrers und zusammen mit ein paar anderen Leuten aus unserem ursprünglichen Kurs. Obwohl wir natürlich gern schon den weiterführenden Kurs gemacht hätten – schon aus Prestigegründen!!!  😉 – finde ich persönlich es richtig gut, noch mal die grundsätzlichen Dinge zu wiederholen. Besonders der Rhythmus, den ich im September noch sehr schwierig fand, ist nun kein Problem mehr. Die spanischen Namen der einzelnen Figuren kenne ich jetzt auch, so dass ich mich beim Tanzen auf viel mehr auf die Form konzentrieren kann, denn es ist gar nicht so einfach als Westeuropäer/in, die Bewegungen zu lernen: Wie bei allem in Kuba werden auch beim Salsa afrikanische und spanische Elemente vereinigt und deshalb macht man viele Bewegungen mit den Schultern und den Hüften. Wer mich kennt weiss, das mit den Hüften kann ich 🙂 . Aber das noch mit den Schulter/Armbewegungen zu koordinieren fällt den Kursteilnehmern aus Indien und dem Nahen Osten irgendwie leichter als mir… Aber wir arbeiten daran und werden sicher nach diesem Kurs auch ein einigermassen gut koordiniertes Hüft-Schulter-Schütteln hinbekommen. (Wenn vielleicht auch nicht im gleichen rasanten Tempo wie unser Tanzlehrer – vergleiche das Video vom Auftritt: Tanzschüler vs ‘Frontmann’ – unser wunderbarer Tanzlehrer).

Weil uns das Tanzen, das wir nach immerhin über 20 Jahren Ehe nun doch begonnen haben so viel Spass macht, habe ich sogar von R. zu Weihnachten ein echtes ‘R.-Unikat und Salsa’ Geschenk bekommen:

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Ist das nicht klasse? Ich finde das Design so gut gelungen und die Strichmännchen tanzen, wie wir das auch mal können wollen. Das Bild hängt nun bei mir im Arbeitszimmer und verschönert  mir jedem Wochentag.

… und nächste Woche gehe ich wieder tanzen …